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Bloodred

Anfänger

Registrierungsdatum: 24. Januar 2016

Beiträge: 16

1

Dienstag, 23. Mai 2017, 23:09

8 Jahre bis zum Spezialisten 2.0

Hallo allerseits

Mein erster Erfahrungsbericht "7 Jahre bis zum Spezialisten" möchte ich mit diesem Beitrag aktualisieren und meine Erfahrungen der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Wie einige von Euch wissen litt ich an Schmerzen in der Dammregion/18 Uhr. Dabei bildeten sich immer Risse in der Fourchette und kleine Wunde immer an der selben Stelle. Sex fühlte sich für mich an, als ob offenes Fleisch mit einem Reibeisen bearbeitet wird. Zuerst führte mich mein Weg nach 7 Jahren nach Baden zu Dr. Hauser. Dort lies ich eine Vestibulektomie durchführen, in der es hauptsächlich darum ging eine kleine Hautfalte dort zu entfernen, wo ich immer wieder die kleine Wunde hatte, die bei zu starker Dehnung des Scheideneingangs entstand und den Damm zu korrigieren, also mit elastischem Gewebe zu überziehen. Weiter wurden Teile des Hymnalrings entfernt (3, 4, 6, 8,9 und 11 Uhr). Diese OP ging gewaltig schief, wegen einer Wundheilungsstörung genau bei 18 Uhr und der kleinen immer wieder wund werdenden Stelle.
Wie es das Schiksal wollte kündigte Dr. Hauser in Baden und mir kam das Spital dort ohne ihn recht chaotisch vor. Also recherierte ich weiter und stiess auf eine Verdachtsdiagnose, nämlich Lichen Sclerosus, wegen der immer wieder einreissenden Fourchette. Zufälligerweise gibt es eine sehr versierten Spezialisten in Luzern für LS und Vulvaerkrankungen: DR. Günthert. Ich vereinbarte einen Termin bei ihm, dank der Vestibulektomie wurde ich ihm überwisen, sonst wäre ich zu einer anderen Ärztin der Vulvasprechstunde gekommen. Ich zeigte ihm ein Foto von den Verletzungen nach dem Sex und er nahm mich sehr ernst. Er stellte als erstes fest, dass ich massive anatom. Anomalien im Bereich des Perineums habe (zu kurze, vernarbte, unealstische Fourchette und links eine Verwachsung der Fourchette mit dem Vestibulum, wo auch immer diese Wunde entstand). Diese Anomalien schien ich schon als Kind zu haben, denn schon damals schmerzte es mich am Damm einen Schneidersitz zu machen. Zum Problem wurde diese Anomalien allerdings erst, als ich sexuel aktiv wurde, weil dies zu weiteren, schwerwiegenderen mech. Belastungen führte und alles verschlimmerte. An der Stelle mit der Verwachsung mit der immer wieder entstehnden Wunde wiess Dr. Günthert mit Essigsäure eine HPV dysplasie nach. Der Virus setze sich wahrscheinlich genau auf diese Stelle, weil das Gewebe dort besonders mech. beansprucht war und deswegen schlechte Abwehrkräfte hatte. Bei Dr. Günthert liess ich dann eine Perineotomie durchführen. Die HPV Dyslpasie und die Foruchette wurde entfernt und mit dem mobilen Scheidenlappen überzogen. Die Heilung war meine ganz persönliche Vulva Horror Picture Show, insbesondere psychisch, da ich mich vor einer erneuten Wundheilungsstörung fürchtete. Ich Nachhinein betrachtet kam es bei der ersten OP wohl zu einer Wundheilungsstörung, wegen der HPV Dysplasie, welche damals wohl schlicht übersehen worden ist, da sie wirklich sehr klein war und wohl von der Hautfalte, die entfernt worden ist, verdeckt wurde. Mittlerweile geht es mir gut, Sex ist schmerzfrei, die Unverträglichkeit gegen Gleitgele und Oralsex, wie auch die Spermaallergie sind geblieben. Deswegen verwende ich latexfreie kondome mit kokosöl, schwanger werden will ich ja nicht. Letzens hatte ich nochmal mit HPV Dysplasien an meiner linken kleinen Schamlippe zu kämpfen, diese behandelte ich mit Aldara, einer Salbe die Immunstimulierend wirkt, welche bei mir aber alles weggeätzt hat. Diese Schamlippe juckt und brennt auch des öfteren, wahrscheinlich weil zu gross ist, somit mech. überbelastet und nicht genügen wiederstandskräfte gegen HPV hat...

Nun zur Moral der Geschichte: Falls ihr irgendwelche schlechtheilenden Wunden, immer wieder auftretende Wunden, häufigen Juckreiz oder brennen ohne Ursache verspührt, lasst euch bitte auf HPV testen (abstrich Vulva), auch wenn ihr geimpft seit oder euer Abstrich unaufällig ist. Denn es könnte wie es in meinem Fall war, viertelvor zwölf sein und sich um eine Vorstufe von Krebs (bei mir VIN 3) handeln. Ich zeigte 8 Jahre deutliche Anzeichen von einer Präkanzerose, 8 Jahre hat das niemand ernst genommen und ich will nicht wissen, was passiert wäre, wenn ich noch länger nicht an den richtigen Arzt gekommen wäre...Die Angst Vulvakrebs zu bekommen, wird mich wohl ein Leben lang begleiten. Aus diesem Grund untersuche ich nun meine Vulva wöchentlich und sobald was schmerzt, brennt oder juckt auf Veränderungen (bei mir waren es kleine punktuelle Rötungen) und Wunden mit einem Spiegel, der das Bild vergrössert. So entdeckte ich auch die Dysplasien an meiner Schamlippe...

So jetzt aber genug, Gute Nacht!
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Petunie84

Anfänger

Registrierungsdatum: 12. Oktober 2016

Beiträge: 6

2

Dienstag, 30. Mai 2017, 12:17

Hallo Bloodred,
schön, dass Du berichtet hast, wie es bei Dir weitergegangen ist. Es freut mich für Dich, dass Du endlich einen Arzt gefunden hast, der Dir kompetent weiterhelfen konnte! Es wundert mich, dass Dein vorheriger Arzt nicht schon vorher bei Dir die Anomalien und die HPV-Hyperplasie festgestellt hat! Es ist so eine Glückssache, an wen man gerät. Ich hoffe, dass es Dir weiterhin gut geht!
Viele liebe Grüße von Petunie84
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Bloodred

Anfänger

Registrierungsdatum: 24. Januar 2016

Beiträge: 16

3

Donnerstag, 1. Juni 2017, 21:16

Ich habe meinen zweiten Spezialisten gefragt, warum dies beim ersten Mal nicht entdeckt worden ist. Er meinte dazu, dass er es selber fast nicht gesehen hat. Allerdings lies ihn die Wunde stutzig werden. So wie es scheint, war der erste Spezialist nicht ganz so erfahren wie er (die beiden kennen sich). Weiter emfpand ich das ganze vor der ersten OP nicht als Wunde, sondern als reissende Hautfalte, was auch so festgestellt wurde. Ich nehm es DR. Hausr nicht übel, dass er es übersehen hat, nur meinen weiteren Gyn, dass sie das nie ernst nahmen...
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